Auftakt zu Ehren von Baazlis Franz

Am Freitag, 3. August, startete das diesjährige Appenzeller Ländlerfest mit einem Konzertabend zum 75. Geburtstag von Franz Manser alias «Baazlis Franz». Bereits seit 60 Jahren ist der Akkordeonist mit seinen Musikkollegen auf der Piste und bereichert mit seiner Musik und seinen Kompositionen die Appenzeller Musikszene.

Traditionsgemäss wurde der Auftakt des Appenzeller Ländlerfestes durch einen musikalischen Themenabend auf dem Postplatz eröffnet. Bereits eine Stunde vor Konzertbeginn standen Gäste von nah und fern Schlage, um sich einen der besten Plätze in der doppelten und neu beschallten Festhütte zu sichern. Im Zentrum des Abends stand der kürzlich 75 Jahre alt gewordene Franz Manser.

In zwei Konzertblöcken gaben die von «Baazlis Franz» eingeladenen Formationen jeweils zwei Titel zum Besten. Mit von der Partie waren die Setteretalbuebe, die Original Streichmusik Edelweiss Herisau, die Alpsteebuebe, das Jodlerterzett Hersche-Looser, die Toggenburger Buebe ad hoc sowie natürlich «Baazlis Franz ond sini Kollege». Zwischen den musikalischen Darbietungen entlockte Moderator Emil Koller dem Jubilar in charmant witziger Art viele lustige Episoden aus einem reichen Musikantenleben.

In der Pause zeigten die Interpreten und Gastgeber ihren Teamgeist einmal mehr auch neben der Musikantenbühne. Gemeinsam mit dem charmanten und aufgestellten Servicepersonal sorgten die Musikanten sowie zahlreiche OK-Mitglieder dafür, dass die Gäste innerhalb kürzester Zeit mit einem feinen Menü bedient wurden. Auch solch sympathische Kleinigkeiten erfreuen ebenso wie die Musik und sind mit ein Grund, weshalb man sich am Appenzeller Ländlerfest einfach wohl fühlt.

Am Samstag und Sonntag geht der Anlass weiter und präsentiert in Beizen und auf Festplätzen 52 verschiedene Formationen sowie weitere attraktive Programmpunkte.

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    Geris Ländlertipp vom 1. August 2018

    Am vergangenen Samstag wurde auf dem Stoos vor Alphütten, in Alpbeizli, in Restaurants, auf Terrassen vor Hotels, auf Plätzen unter schützenden Sonnenschirmen der Ländlermusik zugehört. Am 1. August bieten unzählige Veranstalter in andern Lokalen oder auf heimeligen Dorfplätzen die Möglichkeit, Volksmusik zu hören. Mundart: «Losä»! Die aufgeführten Orte sind also eine Art «Losi».

    Wie schon seit Jahren eine höchst originelle «Zue-Losi» haben die Organisatoren des 22. Appenzeller Ländlerfestes am kommenden Sonntag erneut im Angebot. Schon sehr früh um Fünf treffen sich «Öberhöckler zur «Losi» im «Rössli» an der Weissbadstrasse mit der Formation Ländler Schuler, andere im Pub mit dem Trio Bucher-Hess-Welti. Dieser tatsächlich von unermüdlichen Nachtmenschen und Überhöcklern, aber auch von einigermassen ausgeruhten Frühaufstehern gebotene Plattform ging vom Freitagabend über den Samstag und ihm folgender Nacht ein abwechslungsreiches Ländlermusik-Programm voraus. Und es werden nach dem sehr frühen Frühschoppen noch diverse weitere Sonntags-Höhepunkte folgen.

    Am Freitagabend wird Baazli’s Franz (Manser) zum 75. Geburtstag für 60 Jahre Tanz- und Tischmusik mit einem Konzertabend im Festzelt auf dem Postplatz geehrt. Am Samstagnachmittag folgt ein grosses Jodelkonzert «Appenzellerland trifft das Bernbeiet» mit vier Jodelformationen im Innenhof des Gymnasiums St. Antonius, bei Regen in der Kirche des Kapuzinerklosters. Um 18 wird gleicherorts ein Feldgottesdienst mit dem Wäber-Chörli Bern und der Appenzellerformation Altfrentsch gefeiert.

    Der Jodelklub Heimelig aus Ruswil und die Kapelle Enzian umrahmen den Feldgottesdienst am Sonntagmorgen. Vom Freitag bis Sonntagabend sind es aber vor allem 50 von Frowin Neff zusammen gestellte Formationen aus Appenzell und allen Landesteilen der Schweiz inklusive «de Staadlustig’n aus Bayern», die auf drei Plätzen und in neun Festlokalen musizieren, singen und tanzen. Wer sich so richtig mit Vorfreude infiszieren möchte, studiert vorteilhaft schon mal die Formationen, ihre Auftrittsorte und Spielzeiten. Und wer dann nach Appenzell reist, wird mit Sicherheit nicht enttäuscht werden, den das verjüngte, mit viel Elan operierende OK um Präsident Michael Koller hat alles unternommen, seinen Gästen ein weiteres, unvergessliches Fest zu organisieren. Am nächsten Wochenende wird vom Freitag- bis Sonntagabend Appenzell somit zum 22. Mal zum Mekka der Schweizer Volksmusik.

    Geris Ländlertipp mit vielen aktuellen Ausgehtipps gibt es jeweils auch akustisch auf www.radiotell.ch

     

    Alle Jahre wird die Schweiz im Juni zur grossen Festhütte. So auch dieses Jahr, wenn sich gegen 8’000 Aktive im Jodeln, Alphornblasen und Fahnenschwingen messen. In den zwei Jahren zwischen den ganz grossen Eidgenössischen Jodlerfesten finden die kleineren Unterverbandsfeste statt, denen der Ruf vorauseilt, die gemütlicheren Anlässe zu sein. Wangen an der Aare, Schötz und Yverdon sind die diesjährigen Gastgeber.

    Geris Ländlertipp vom 11. Juli 2018

    Die heutige Innerschweizer Ländlermusik, eher virtuose Ländlermusik, gespielt von einer Kapelle mit Bläser, Akkordeon, Klavier und Bass, oder zwei Akkordeons (und/oder Schwyzerörgeli) mit selbiger Begleitung, allenfalls sogar nur mit Bass, soll ihren Geburtsplatz in Einsiedeln haben. Dies sei der Ländlerkapelle Fuchs zu verdanken, die auch «Hudeli-Musig» genannt wurde. Während rund drei Generationen (ab 1850 bis 1929) musizierten mehrere  Kapellen Fuchs in verschiedenen Besetzungen sehr erfolgreich. Sie spielten in der Region Einsiedeln, in der March und in den Höfen, im Zürcher Oberland, Bündnerland und auch in Zürich, dort aber eher der Kuriosität als der Musik wegen.

    Alles dies, und noch viel mehr steht in einem soeben erschienenen Buch mit dem Titel «Volksmusik Einsiedeln-Alpthal-Ybrig». Geschrieben hat es der aus Einsiedeln stammende und heute in Gersau wohnhafte Ländlermusikant Pius Ruhstaller (Klarinettist und Kapellmeister vom Echo vom Gätterli) im Auftag der Kulturkommiossion des Kantons Schwyz, nachdem ein erstes Buch über die Ländlermusik im innern Kantonsteil bereits erschienen ist. Ruhstaller forschte nach früheren und heutigen Musikern, nach deren Kompositionen und nach Formationen. Kapellen wie jene von Martin Beeler, Echo vom Hirsch oder die Druosbärg-Büeblä haben die Musik der Fuchs-Kapellen weiter entwickelt und mit dafür gesorgt, dass die Innerschweizer Ländlermusik im ganzen Land bekannt und beliebt ist.

    Der Name «Hudeli-Musig» geht übrigens gemäss Überlieferung auf Johann Fuchs‘ Urgrossmutter zurück. Sie habe ihre Hühner abends jeweils mit dem Ruf «Chum Hudeli, Hudeli chum» in den Stall gelockt. So soll der Übername für diesen Fuchs-Stamm und entsprechend auch für die Kapellen entstanden sein. Und daraus sei auch der Begriff «Hudigäggeler» abgeleitet worden. Die Musikanten selber seien über diese Bezeichnung gar nicht erfreut gewesen.

    Sie sind es auch heute nicht, nehmen aber einigermassen unaufgeregt zur Kenntnis, dass nichts von Ländlermusik weiss und versteht, wer dieses wertvolle Schweizer Volkskulturgut ungeprüft und ungehört mit «Hudigäggeler» bezeichnet. Und mit seinen damit unbedeutenden Bemerkungen somit grundsätzlich entschuldigt, aber von weiteren Diskussionen zum Thema bis zu einer allfällig geänderten Meinung ausgeschlossen ist.

    Geris Ländlertipp mit vielen aktuellen Ausgehtipps gibt es jeweils auch akustisch auf www.radiotell.ch