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Geris Ländlertipp vom 15. August 2018

Am nächsten Samstag wird das Tonhalle-Orchester Zürich (TOZ), eines der besten Sinfonieorchester Europas, die 6. Auflage der «Stubete am See» in Zürich eröffnen. Das seit 2008 alle zwei Jahre stattfindende Festival für so genannte «Neue Volksmusik» findet dieses Jahr wegen Umbau der Tonhalle Zürich in der Tonhalle Maag in Zürich West statt.

Das TOZ ist erstmals Gast. Auf die Spuren des seit 150 Jahren bestehenden, weltbekannten Orchesters einbiegen werden am Zürcher Anlass auch zwei Ländlerorchester. Die Reihe der von «Stubete am See» vor zehn Jahren initiierten «Ländlerorchester» wird 2018 mit dem Werk «Verändler» des Nidwaldner Geigers Andreas Gabriel fortgesetzt. Vor ihm hatten im Auftrag bereits Dominik Janett, Dani Häusler, Tommaso Huber, Markus Flückiger und Pirmin Huber die Herausforderung angenommen, für das Festival eine 45minütige Ländlersinfonie für grosse Ensemble zu komponieren. Pirmin Huber erhält mit seiner Formation nach 2016 und zusammen mit dem Muotataler Jodler Bernhard Betschart am Sonntag erneut einen Auftritt.

Andreas Gabriel (1982) stammt aus einer (volks)musikalischen Familie, in der er schon als Kind mit seinen Geschwistern und seinem Vater öffentlich musizierte. Stark mir der traditionellen Schweizer Volksmusik verbunden also, bewegt sich Gabriel heute in verschiedenen musikalischen Stils und Genres. Umso mehr lassen  – im Kontext des für Neue Volksmusik stehenden Festivals –  Gabriels Ausführungen zu seinem Werk aufhorchen: «Die schlichte Schönheit der alten, archaischen Melodien ist für mich zeitlos. Deshalb wird ein altes Muotathaler Bücheljüützli die Komposition eröffnen. Meine persönliche musikalische Antwort darauf erklingt als «Verändler» und ist der Versuch eines Brückenschlages von den überlieferten volksmusikalischen Strukturen und Melodien zu meinem zeitgenössisch geprägten Musikverständnis. Wie jede Sprache und jeder Dialekt einem steten Wandel unterworfen sind, so verändert sich auch die Sprache der Musik». Da hat Gabriel völlig recht.

Mit grosser Spannung dürfen sich Zuhörer auf dessen zwei Konzerte am Samstag um 17 und Sonntag um 18 Uhr freuen: «Mit Respekt vor der Tradition, aber auch mit grosser Lust zur Innovation, möchte ich diesen immer währenden Wandel im Ländlerorchester 2018 als Momentaufnahme erklingen lassen», sagt Andreas Gabriel weiter. «Verändler» könnte also durchaus dazu beitragen, festgefahrene Anschauungen und Meinungen in traditionellen wie progressiven Lagern aufzuweichen.

Geris Ländlertipp mit vielen aktuellen Ausgehtipps gibt es jeweils auch akustisch auf www.radiotell.ch

 

Geris Ländlertipp vom 8. August 2018

Von der Volksmusikseite und -szene her betrachtet, gibt es für das Erreichen und Zustandekommen der Stubete am See eigentlich nur einen Begriff: Sensationell!

Das exakt vor 150 Jahren gegründete Tonhalle Orchester Zürich (TOZ) gehört seit Jahrzehnten zu den besten Sinfonie-Orchestern Europas. Etwa 100 Musikerinnen und Musiker aus über 20 Nationen spielen pro Saison über 100 Konzerte auf der ganzen Welt. Zum Jubiläum diese Saison vorwiegend in den musikalischen Zentren Asiens. Oft aber auch zu Hause in Zürich. Das Spitzenorchester hat über 40 Tonträger eingespielt. Alle Sinfonien von Brahms, Beethoven, Mahler und Schubert, plus Werke von Ravel.

Wegen Umbau des Kongresshauses und der  Tonhalle Zürich am bisherigen Standort am See, wo das Orchester beheimatet ist,  ziehen das TOZ mit seinen Schweizer Konzerten, aber auch die Biennale für Neue Schweizer Volksmusik, die an diesem Ort beheimatete «Stubete am See» vorübergehend in die Tonhalle Maag an der Kulturmeile Zürich-West.

Das TOZ wird vor allem mit klassischer Musik in Verbindung gebracht. Doch auch die Volksmusik hatte von Beginn an immer wieder Platz in der Tonhalle. Jetzt wird wohl auch aufgrund der momentanen Konstellation ein Traum der Organisatoren von «Stubete am See» wahr. Ihr Festival vom 18./19. August 2018 wird erstmals vom weltbekannten Tonhalle Orchester Zürich eröffnet. Das Spitzenensemble präsentiert dabei unter anderem ein neues Werk von Noldi Alder. Der durfte im Mai 2018 bekanntlich zusammen mit Willi Valotti einen Schweizer Musikpreis des Bundesamtes für Kultur entgegen nehmen. Das wiederum passt ausgezeichnet zum Festival-Schwerpunktthema «Alpstein-Spezial». Alders und  Valottis Wohnorte Appenzell und Toggenburg sind nur durch den Alpstein getrennt.

Weitere Alpstein Spezials im Festivalprogramm sind das Referat «Roothuus Gonten» und die Formationen Appenzeller Echo, Brandölzler Striichmusig und Jodelclub Säntisgruess, Streichmusik Edelweiss, Trio Anderscht, Karin Streule Band und StilleKlangRaumZeit.

Typisch für den Alpstein ist auch der Naturjodel, dem man in der Region vor allem abends in Restaurants immer wieder unverhofft begegnet. Ein Jodler stimmt ein Zauerli an, die Anwesenden im Raum unterstützen ihn mit «Gradhäbe». «Stubete am See» vermittelt Festivalbesuchern diese uralte Kultur in zwei je einstündigen Jodelkursen. Der in Benken wohnende Toggenburger Hans Jakob Scherrer wird je max. 25 Personen in das naturverbundene Erlebnis einführen.

Erlebnisse hat Stubete am See selbstverständlich noch viele weitere zu bieten. 40 Konzerte insgesamt, Tanzkurse, Stubeten zum Mitspielen, Kinderprogramme. «Stubete am See» möchte gerne auch neues Publikum aus Zürich und Umgebung ansprechen. Das Festival steht in erster Linie für «Neue Volksmusik». Viele hervorragende Musikerinnen und Musiker, die sich auf Grund ihrer Herkunft mit Überzeugung und Hingabe der traditionellen Volksmusik verpflichtet fühlen, freuen sich mit grosser Lust und Freude aber ebenso darauf, ein offenes Publikum auch mit so genannter WEV-Musik (weiter entwickelte Volksmusik) konfrontieren, überzeugen und begeistern zu dürfen. Das Studieren des vielseitigen Programmes im Vorfeld des Anlasses auf www.stubeteamsee.ch, und das Festlegen einer Auswahl von Konzerten ist allerdings eine empfehlenswerte Voraussetzung.

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Auftakt zu Ehren von Baazlis Franz

Am Freitag, 3. August, startete das diesjährige Appenzeller Ländlerfest mit einem Konzertabend zum 75. Geburtstag von Franz Manser alias «Baazlis Franz». Bereits seit 60 Jahren ist der Akkordeonist mit seinen Musikkollegen auf der Piste und bereichert mit seiner Musik und seinen Kompositionen die Appenzeller Musikszene.

Traditionsgemäss wurde der Auftakt des Appenzeller Ländlerfestes durch einen musikalischen Themenabend auf dem Postplatz eröffnet. Bereits eine Stunde vor Konzertbeginn standen Gäste von nah und fern Schlage, um sich einen der besten Plätze in der doppelten und neu beschallten Festhütte zu sichern. Im Zentrum des Abends stand der kürzlich 75 Jahre alt gewordene Franz Manser.

In zwei Konzertblöcken gaben die von «Baazlis Franz» eingeladenen Formationen jeweils zwei Titel zum Besten. Mit von der Partie waren die Setteretalbuebe, die Original Streichmusik Edelweiss Herisau, die Alpsteebuebe, das Jodlerterzett Hersche-Looser, die Toggenburger Buebe ad hoc sowie natürlich «Baazlis Franz ond sini Kollege». Zwischen den musikalischen Darbietungen entlockte Moderator Emil Koller dem Jubilar in charmant witziger Art viele lustige Episoden aus einem reichen Musikantenleben.

In der Pause zeigten die Interpreten und Gastgeber ihren Teamgeist einmal mehr auch neben der Musikantenbühne. Gemeinsam mit dem charmanten und aufgestellten Servicepersonal sorgten die Musikanten sowie zahlreiche OK-Mitglieder dafür, dass die Gäste innerhalb kürzester Zeit mit einem feinen Menü bedient wurden. Auch solch sympathische Kleinigkeiten erfreuen ebenso wie die Musik und sind mit ein Grund, weshalb man sich am Appenzeller Ländlerfest einfach wohl fühlt.

Am Samstag und Sonntag geht der Anlass weiter und präsentiert in Beizen und auf Festplätzen 52 verschiedene Formationen sowie weitere attraktive Programmpunkte.

www.laendlerfest.ch