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Beat Tschümperlin, Jörg Stoller und Thomas Wild im Ruhestand

Mit ihrer Arbeit prägten Beat Tschümperlin, Jörg Stoller und Thomas Wild die SRF Musikwelle teilweise von der ersten Stunde an. Nun sind die drei Radio-Urgesteine offiziell in den Ruhestand getreten.

Während Thomas Wild als langjähriger Musikredaktionsleiter vor allem im Hintergrund für die SRF Musikwelle tätig war, gingen die Stimmen von Beat Tschümperlin und Jörg Stoller über den Äther und wurden zu klingenden Visitenkarten des Senders. Obschon die Pensionierung der drei Radiomacher nun offiziell vollzogen ist, stehen sie ihrem langjährigen Arbeitgeber als willkommene Joker weiterhin zur Verfügung. So wird beispielsweise Beat Tschümperlin in diesem Jahr noch Live-Sendungen wie «Zoogä-n-am-Boogä» oder «Älplerwunschkonzert» moderieren.

Langweilig wird es dem abtretenden Trio auch abseits von SRF nicht. Jörg Stoller geht vermehrt auf Reisen und moderiert auf diversen Flüssen in Europa die volkstümlichen Programme von Musik-Flussfahrten, Thomas Wild sitzt weiterhin bei Bands am Schlagzeug und Beat Tschümperlin steht an diversen Schwingfesten als Platzsprecher im Einsatz. Neu ins Team der SRF Musikwelle gefunden haben Ueli Stump (Gupfbuebä, quartett waschächt), Renate Anderegg (ehemals Familienkapelle Anderegg) und die Blasmusikerin Irene Lustenberger. Das Pensum von Dani Häusler wurde um einige Stellenprozente erweitert.

Mehr über das Team der SRF Musikwelle:
www.srf.ch/radio-srf-musikwelle/ueber-uns

57 Volksmusiker präsentieren CD- und Videoproduktion

In der Radio-Livesendung «Zoogä-n-am Boogä» vom 15. Dezember 2017 reiste Moderator Beat Tschümperlin nach Uznach und präsentierte im Landgasthof Frohe Aussicht acht Formationen aus verschiedenen Regionen der Schweiz, welche Teil des besonderen CD- und Videoprojekts «Mitenand» sind.

Neben vielen musikalischen Leckerbissen der live auftretenden Interpreten Handorgelduo Betschart-Müller, Bündner Ländlermix, Echo vom Gätterli, Umtsa, Echo vom Kontrabass-Shop, Ohalätz, Swiss Ländlermix und Querbeet bot Musikwelle-Moderator Beat Tschümperlin in verschiedenen Gesprächsblöcken einen interessanten Einblick in das aktuelle Projekt «Mitenand». Produzent Markus Sahli und dessen Lebenspartnerin Franziska Eggenberger wollten mit ihrem Vorhaben für mehr Respekt und Toleranz plädieren und Musikanten unterschiedlicher geografischer und musikalischer Herkunft zusammenbringen. Die Initianten schreiben im Booklet der neuen CD dazu: «In der Musikszene erleben wir nicht nur viel Freude, sondern auch Missgunst. Musikstile aus anderen Regionen und neue Ideen werden argwöhnisch beäugt und kritisiert. Erfolg macht neidisch, das eigene Tun wird als das einzig Richtige und Wahre angesehen. Da wird das eine als zu urchig, zu modern, zu kommerziell, anderes als zu wenig traditionell oder einfach fremdartig abgestempelt.» Aus diesem Grund lud Markus Sahli im Frühjahr 2017 diverse renommierte Musikantinnen und Musikanten der Schweizer Volksmusikszene zu einem Infoanlass ins alpenländisch-Tonstudio nach Lachen ein und präsentierten ihr Vorhaben.

Jetzt isch Ziit zum Zämestah
Neben attraktiven Neuaufnahmen der verschiedenen Interpreten sollten insbesondere die Realisation eines gemeinsamen Titelsongs sowie die nachfolgende Videoproduktion den Zusammenhalt der Mitwirkenden dokumentieren. 57 Musikantinnen und Musikanten aus der Schweizer Volksmusikszene liessen sich für die Idee begeistern. Sie spielten in der Folge im Studio mit ihrer Stammformation einen für sie typischen Titel ein und bereicherten den vom Muotataler  Bernhard Betschart gesungenen Titelsong «Jetzt isch Ziit zum Zämestah» mit ihren individuellen Klängen. «Die Zusammenarbeit mit all diesen Musikantinnen und Musikanten war äus-serst bereichernd», erzählte Markus Sahli am Radio und freute sich darüber, dass sich schon beim ersten Treffen neue Projekt-Formationen bildeten, die jetzt ebenfalls auf der neuen CD zu hören sind. Mit dem Swiss Ländlermix war eine davon auch in der Sendung «Zoogä-n-am-Boogä» vom 15. Dezember in der Frohen Aussicht in Uznach mit von der Partie und vereinte Musiker aus fünf verschiedenen Kantonen. Auf der abwechslungsreichen und äusserst exklusiv aufgemachten CD dabei sind auch die Formationen Res Schmid – Gebrüder Marti, Trio Senn-Wyss-Küng, Heirassa-Revival, Bergüner Ländlerfründa, Handorgelduo Ächt bodästendig, Davoser Ländlerfründa, Handorgelduo Esther & Edith, Kapelle Gupfbuebä und Kapelle Senn-Ruhstaller-Meier-Marti.

Das aussergewöhnliche Video zum Titelsong «Jetzt isch Ziit zum Zämestah» von Markus Sahli und Franziska Eggenberger wurde im Rahmen der Radiosendung in Uznach erstmals abgespielt und dem anwesenden Publikum sowie den mitwirkenden Interpreten präsentiert.

Link zum Video

 

Es tönt vum Giigäbank

Auf den Tag genau wäre in Muotathal Franz Schmidig sen. (Lunnis-Franz) am kommenden 14. September 100 Jahre alt geworden. Der initiative Muotathaler Verein «Giigäbank», der anfangs Jahr für seinen Einsatz zur Erhaltung der reichen, kulturellen Tradition der Gemeinden Muotathal und Illgau den Anerkennungs- und Förderpreis der Zentralschweizer Albert Koechlin Stiftung erhalten hat, organisiert just zu diesem Ereignis einen Gedenkanlass allererster Güte. Schon zum 90. Geburtstag des damals noch lebenden Franz Schmidig († 24.11.2008) veranstaltete der Verein ein Jubiläumskonzert. Nun wird es zum Hundertsten wieder zu einem Anlass mit hochkarätiger Besetzung samt Herausgabe einer Nostalgie-CD kommen. 

Bekannte Formationen wie Willis Wyberkapelle, die Hujässler, Rampass, das Handorgelduo Willi Valotti – Franz Schmidig jun., Fredy Reichmuth (Klaviersolo) sowie verschiedene Nachkommen von Franz Schmidig (Lydia und Karin Gwerder oder die Familienkapelle Schmidig) werden zur Moderation von Beat Tschümperlin unter dem Titel «Lustig tönts vom Giigäbank» aufspielen und die Zuhörerschaft in den Genuss brillanter, virtuoser, lüpfiger und schmissiger Lunni-Musig versetzen.

Franz Schmidig zeichnete sich durch einen eigenen, virtuosen Stil und teilweise sehr anspruchsvolle, «verdrehte» Tänze aus, die noch heute eine grosse Herausforderung zum Nachspielen seien, erklärte Volksmusik-Experte Dani Häusler am 20. Mai 2016 in der SRF-Musikwelle-Sendung «Aus der Sammlung Dür». In dieser ertönte nicht nur einfach Schmidigs bekannter Schottisch «Muotathaler Bödeler», sondern es gab ein «Wiederlosä» mit einem Handorgelduo, das wohl selbst gut informierten Insidern bis dahin kaum bekannt war. Franz Föllmi, der Begleiter des stehende Bläsers Leo Kälin, und Sepp Bucheli, Partner von Hans Della Torre im Duo Bucheli/Della Torre wurden 1956 ins Radiostudio Beromünster eingeladen, um einige Tänze aufzunehmen. Diese Tonbeispiele fanden Aufnahme in einer Sammlung, die zwischen 1960 und 1970 von Fritz Dür angelegt wurde. Heute stöbert Dani Häusler immer wieder im Archiv und stösst dabei auf manche Trouvaille.

Zurück zum Lunni-Abend vom 14. September. Wie man hört, sei dieser praktisch ausverkauft. Wer nicht «anbrennen» will, erkundigt sich vor einer vergebens unternommenen Reise ins Tal bei Raiffeisen Muotathal nach allfällig noch zur Verfügung stehenden Tickets.

Geris Ländlertipp mit vielen aktuellen Ausgehtipps gibt es jeweils auch akustisch auf www.radiotell.ch

 

Sönd wöllkomm z Appezöll

Nach dem an Musik reichen letzten Wochenende auf dem Stoos und dem Bundesfeiertag, sind ab Freitag bis Sonntag am 21. Ländlerfest in Appenzell erneut über 50 Formationen zu hören. Sie spielen auf drei Plätzen und in acht Lokalen auf. Empfehlung: In Festführer und Programm auf www.laendlerfest.ch stöbern, sich für dies oder jenes entscheiden und nach Appenzell reisen.

Im Festangebot offerieren die Organisatoren um OK-Präsident Michael Koller und den Programmverantwortlichen Frowin Neff und Miriam Koller etliche Höhepunkte. Schon am Freitagabend präsentieren die Waldhöckler, bekannt mit ihrem Repertoire von traditioneller Appenzellermusik, Ländlermusik, Oberkrainer, Schlager bis Pop und Rock ihre neue CD.

Am Samstagnachmittag ragt ein Jodelkonzert in der  Pfarrkirche St. Mauritius aus dem Programm. Das von Nadja Räss moderierte und mehrheitlich aus Naturjodel bestehende  Konzert wird von verschiedenen Chören aus der ganzen Schweiz geboten. Nicht nur die Innerrhödler mit ihrem Rugguserli, sondern auch andere Regionen pflegen wunderbare Naturjodel in ihrer ganz eigenen Art. Mit dabei das Jodelduett Geschwister Reichlin aus dem Kanton Schwyz, die Jodelgruppe Hüsliberg aus dem Toggenburg, die Schwarzbärenschuppel aus Urnäsch,
die Jodlergruppe Lötschberg aus dem Berner Oberland, die einheimische Jodelgruppe Hirschberg und ein Jodlerklub aus der Unterwaldner Jodlervereinigung.

Am Abend ist das Konzert 100 Jahre Franz Schmidig sen. (Lunnis Franz) im Kapuzinerkloster angesagt. Franz Schmidig (1917-2008) war ein begnadeter Akkordeon- und Schwyzerörgelispieler aus dem Muotatal, welches immer noch eine traditionelle Hochburg der Innerschweizer Ländlermusik ist. Nebst seinem Beruf als Landwirt war Lunnis Franz mit namhaften Akkordeonisten wie Willi Valotti, Ernst «Jonny» Gisler und einheimischen Muotatalern unterwegs. Dabei wurden viele von den rund 100 Eigenkompositionen gespielt, welche meist sehr anspruchsvoll, aber trotzdem gehörfällig sind.

Am Gedenkkonzert wird sein Sohn Franz Schmidig jun. mit zwei Formationen und Vaters Kompositionen zu hören sein. Einerseits im Handorgelduett mit Willi Valotti, Nesslau, und andererseits in der Kapelle mit Walter Hegner, Siebnen. Ebenfalls mit Lunni-Tänzen werden am gleichen Konzert Simon Lüthi und Frowin Neff im Duett spielen. Moderiert wird das Konzert von Hans Arnold aus Kappel am Albis.

Am nächsten Montag findet zum 26. Mal das Älpler-Wunschkonzert auf dem Urnerboden statt. Beginn um 13 Uhr mit Wilti-Gruess. Ab 20 Uhr bis 22 Uhr SRF-Radioübertragung mit Schuler-Muheim, Jodelquartett Quellfrisch, Schwyzerörgeli-Quartett Campagna, Christine Gertschen und Beat Tschümperlin, anschliessend Älplerfest bis zum Sonnenaufgang.

Geris Ländlertipp mit vielen aktuellen Ausgehtipps gibt es jeweils auch akustisch auf www.radiotell.ch